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Die 64-Franken-Wahrheit: Was Ihre Mitarbeitenden wirklich kosten

Fragen Sie zehn Schweizer Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, was ihre Mitarbeitenden pro Stunde kosten, und Sie erhalten zehn Antworten, die alle zu tief sind. Nicht ein bisschen zu tief. Im Schnitt um 45 Prozent zu tief.

Fragen Sie zehn Schweizer Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, was ihre Mitarbeitenden pro Stunde kosten, und Sie erhalten zehn Antworten, die alle zu tief sind. Nicht ein bisschen zu tief. Im Schnitt um 45 Prozent zu tief.

Das ist keine Übertreibung, sondern eine Rechenaufgabe – und sie lohnt sich, einmal richtig gemacht zu werden.

Die Milchmädchenrechnung, die jeder macht

Der typische Denkweg sieht so aus: Ein Mitarbeitender verdient CHF 7'024 brutto im Monat – der Schweizer Medianlohn. Geteilt durch rund 160 Arbeitsstunden ergibt das etwa CHF 44 pro Stunde. Diese Zahl wandert dann in Businesspläne, ROI-Kalkulationen und Entscheidungen darüber, ob sich eine Software, ein Tool oder eine Prozessautomatisierung lohnt.

Das Problem: Diese Zahl ist nicht der Preis eines Mitarbeitenden. Es ist nur der sichtbarste Teil davon.

Was das Bundesamt für Statistik tatsächlich misst

Das BFS erhebt alle vier Jahre die effektiven Arbeitskosten der Schweizer Wirtschaft – nicht den Lohn, sondern das, was ein Unternehmen tatsächlich aufwendet, um eine Arbeitsstunde zu erhalten. Die letzte Erhebung (2020) kommt auf einen gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von:

CHF 63.62 pro Arbeitsstunde

Die Zusammensetzung:

KostenblockAnteil
Löhne und Gehälter79.7%
Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers (AHV/IV/EO/ALV/BVG/UVG)17.4%
Sonstige Kosten (Ausbildung, Rekrutierung, etc.)2.9%

BFS – Erhebung der Arbeitskosten 2020

Zwischen der Milchmädchenrechnung (CHF 44) und der BFS-Realität (CHF 64) liegen fast CHF 20 pro Stunde – Geld, das in jeder Kalkulation fehlt, die nur mit dem Bruttolohn rechnet.

Und dann gibt es noch den Finanzsektor

Wer im Banking, in der Versicherung oder in regulierten Finanzdienstleistungen arbeitet, sollte gar nicht erst mit dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt rechnen. Der Finanz- und Versicherungssektor weist gemäss BFS Arbeitskosten von CHF 98.23 pro Stunde aus – nahezu das Doppelte des Bruttolohn-Näherungswerts.

Für ein Institut mit strengen Compliance-Anforderungen, hoher Ausbildungsintensität und entsprechend hohen BVG-Beiträgen ist das keine Überraschung. Es bedeutet aber auch: Jede Stunde, die ein Mitarbeitender in diesem Sektor mit Suchen, Nachfragen oder Warten verbringt, kostet real fast CHF 100 – nicht CHF 44.

Warum das gerade jetzt wichtig ist

Die Kostenfrage wäre nur eine Fussnote in der Controlling-Abteilung, gäbe es nicht ein zweites, unbequemeres Datum. Der Microsoft Work Trend Index 2023 zeigt: 64 Prozent der Mitarbeitenden geben an, nicht genug Zeit oder Energie für ihre eigentliche Arbeit zu haben.

Das heisst im Klartext: Fast zwei Drittel der Belegschaft verbringen einen erheblichen Teil ihrer bezahlten – und mit CHF 64 bis 98 pro Stunde alles andere als billigen – Zeit mit Dingen, die nicht ihre Kernarbeit sind. Kollegen fragen, weil Wissen nicht auffindbar ist. In Ordnerstrukturen suchen, weil es keine zentrale Wissensbasis gibt. Warten, weil Informationen bei einer einzelnen Person liegen, die gerade nicht erreichbar ist.

Microsoft Work Trend Index 2023 – Transforming Work with AI

Wenn diese verlorene Zeit mit CHF 44 bewertet wird, sieht das Problem überschaubar aus. Bewertet man sie mit den tatsächlichen Arbeitskosten, verändert sich die Grössenordnung – und damit auch die Priorität, die ein ROI-Case im Budget bekommt.

Die Rechnung, die die meisten ROI-Dashboards nicht machen

Genau hier liegt der blinde Fleck der meisten internen Kalkulationen zu Wissensmanagement- oder KI-Tools: Sie rechnen mit dem Bruttolohn, weil er einfach verfügbar ist – auf dem Lohnausweis, im HR-System, im Kopf. Die Arbeitskosten dagegen stecken verteilt in der Buchhaltung: Sozialversicherungsbeiträge, Pensionskasse, Ausbildungsbudget, Rekrutierungskosten. Niemand rechnet sie routinemässig pro Stunde zusammen – ausser das BFS, alle vier Jahre.

Das Ergebnis: Investitionen in Zeitersparnis werden systematisch unterbewertet, weil die falsche Kostenbasis verwendet wird.

Eine Beispielrechnung für ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitenden:

Nehmen wir an, ein KI-gestützter Wissensassistent erspart pro Mitarbeitendem und Tag im Schnitt vier Rückfragen bei Kolleginnen (à ca. 3 Minuten) und drei semantische Suchen in Ordnerstrukturen (à ca. 2 Minuten):

  • Ersparnis pro Person/Tag: 4 × 3 Min. + 3 × 2 Min. = 18 Minuten
  • Ersparnis für 20 Personen/Tag: 360 Minuten = 6 Stunden
  • Bei CHF 64/h Arbeitskosten: CHF 384 pro Tag
  • Auf 22 Arbeitstage: rund CHF 8'450 pro Monat
  • Aufs Jahr hochgerechnet: über CHF 100'000

Würde dieselbe Rechnung mit dem Bruttolohn-Näherungswert (CHF 44/h) gemacht, läge das Ergebnis rund 45 Prozent tiefer – und der Business Case sähe entsprechend schwächer aus, obwohl die real eingesparte Zeit exakt dieselbe ist.

Ehrliche Zahlen als Grundlage für Entscheidungen

Genau aus diesem Grund arbeitet das ROI-Dashboard von Einblick KI nicht mit dem Bruttolohn, sondern mit den tatsächlichen Arbeitskosten pro Unternehmen. Jede Konversation mit dem KI-Assistenten, jede semantische Suche wird nicht gegen eine geschönte, sondern gegen eine reale Kostenbasis gerechnet – so, wie es das BFS für die Gesamtwirtschaft tut, nur auf Ihr Unternehmen und Ihre Branche zugeschnitten.

Für Geschäftsleitungen, CFOs und Controller in regulierten Branchen bedeutet das: Eine Investitionsentscheidung, die auf der richtigen Zahl basiert – nicht auf CHF 44, sondern auf dem, was eine Arbeitsstunde in Ihrem Unternehmen tatsächlich kostet.

Die 64-Franken-Wahrheit ist unbequem für jede Kalkulation, die bisher zu optimistisch war. Für jede Kalkulation, die zeigen soll, was Zeitersparnis wirklich wert ist, ist sie der einzig ehrliche Ausgangspunkt.

Was kosten Ihre Mitarbeitenden wirklich?

Möchten Sie sehen, was Ihre eigenen Arbeitskosten für Ihr Team bedeuten? Das Einblick-KI-ROI-Dashboard rechnet mit Ihren realen Zahlen – nicht mit Schätzwerten.

ROI-Rechner öffnen →

Quellen: BFS Erhebung der Arbeitskosten 2020, CHF 63.62/h (bfs.admin.ch); BFS Lohnstrukturerhebung 2024, Medianlohn CHF 7'024/Monat (BFS LSE 2024); Microsoft Work Trend Index 2023 (PDF).